Jugendfeuerwehr Borchen: Respekt und Anerkennung
Müde, abgekämpft aber sehr zufrieden, so das Fazit des 24-Sunden-Dienstes der Jugendfeuerwehr Borchen. Vom Samstag- bis Sonntagmorgen verbrachten 22 Jugendliche unterstützt von Jugendwarten und Betreuern einen Tag im Feuerwehrgerätehaus Kirchborchen. Alle stellten sich selbstlos den Aufgaben, die der Tag mit sich bringen sollte…
Die Feuerwehr Borchen stellte 4 Fahrzeuge, der Löschzug Kirchborchen das Gerätehaus und die Betreuer ihre Freizeit zur Verfügung. So konnte bei kurzer Vorplanung dem Wunsch der Jugendlichen Rechnung getragen werden, einen Arbeitstag bei der Feuerwehr zu verbringen.
Pünktlich um 09:00 traten am Samstag 22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Borchen gutgelaunt und voller Erwartung ihren Dienst an. Mit Schlafsack und Luftmatratze ausgerüstet, wurden die Schlafräume getrennt nach Geschlechtern bezogen.
Auch die Aufteilung der zu Hause „sehr beliebten“ Küchedienste durfte natürlich nicht fehlen.
Im Anschluss wurden die Gruppen den Löschfahrzeugen zugeteilt und die Fahrzeuge übernommen. Die Fahrer (Maschinisten) und Gruppenführer (für die Besatzung und das Fahrzeug verantwortlich) wurden von den Betreuern und Jugendwarten – allesamt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Borchen gestellt. Die Einsätze der Jungfeuerwehr wurden über eine eigens hierfür eingerichtete Leitstelle im Gerätehaus koordiniert.
Nach einem kurzen Theorieteil und dem Mittagessen ließ der erste Einsatz nicht lange auf sich warten: 2 Fahrzeuge rückten zur Menschenrettung aus und hatten im Gebiet der Wallburg „2 vermisste Personen“ zu finden während die anderen 2 Fahrzeuge die Altenau von „eingelaufenem Motoröl“ befreiten. Von nun an ging es Schlag auf Schlag: Noch nicht ganz in das Gerätehaus nach erfolgreichem Einsatz eingerückt wurde Zugalarm ausgelöst. Ein „Gefahrstoffeinsatz“ an einer Biogasanlage brachte neue Herausforderungen. Immerhin Zeit für ein Stück Kuchen gab es, bevor im Gewerbegebiet Alfen ein Feuer und in Alfen ein „Verkehrsunfall“ der vermeintlichen Freizeit ein jähes Ende bereiteten. Das Abendbrot hatten sich alle redlich verdient, eine Brandmeldeanlage in Schloß Hamborn nahm hierauf jedoch keine Rücksicht. Dies stellte sich nach Ausrücken der Jugendlichen zwar als Fehlalarm heraus – in der Zwischenzeit waren aber die Würstchen gegrillt – und die Mannschaften konnten sich in Ruhe stärken. Ein für den Abend vorgesehenes Video hatte nur kurz Zeit, die Jugend in seinen Bann zu ziehen als erneut ein „Brand“ im Gewerbegebiet zu löschen war. Auch hier verlief die Brandbekämpfung erwartungsgemäß erfolgreich.
Highlight des Tages war ein „Feuer 3“ (Gebäude und Menschen betroffen) auf dem Übungsgelände der Feuerwehr in Stöckerbusch. Vorgefunden wurde ein verrauchtes (Nebelmaschine) Gebäude, in dem sich noch Menschen (lebensgroße Puppen) befanden.
Den Gruppen wurden Aufgaben zugewiesen, die Einsatzstelle ausgeleuchtet, Menschenrettung unter (simuliertem) Atemschutz durchgeführt und die Brandbekämpfung mittels 4 C- und 2 B-Rohren vorgenommen. Die Sicherheit, Geschwindigkeit und Genauigkeit, mit der die Jugendfeuerwehr nach diesem schon anstrengenden Tag die Aufgaben abgearbeitet hat, hat den betreuenden Einsatzkräften - teils hauptamtliche Feuerwehrmänner- Respekt und Anerkennung abgezollt.
Nach einer wirklich kurzen Nachtruhe wurde gemeinsam gefrühstückt, das Gerätehaus und die Fahrzeuge geputzt. Ein letztes Antreten auf dem Hof und die 24-Stunden waren vorbei. Müde, abgekämpft, hochzufrieden und mit ein wenig Stolz traten alle den Heimweg an.
Die Arbeit der vergangenen Jahre mit den Jugendlichen hat hier insoweit Früchte getragen, als das ausnahmslos alle fähig sind, gestellte Aufgaben zu erledigen, diszipliniert im Team zu arbeiten, auf die Mitstreiter zu achten und sich für andere einzusetzen – das alles freiwillig und unentgeltlich, wie es in der Gesellschaft heute nicht immer üblich ist.